Sommerurlaub mit Kids: Paris – Versailles – Deauville

Das Töchterchen möchte endlich, endlich mal nach Paris…

…den Eiffelturm sehen (und ein Selfie als Hintergrundbild für das Handy machen), sich in Monmartre malen lassen und shoppen gehen!

Plötzlich wollte unsere Tochter nicht mehr fliegen (sie hatte wohl durch die Medien den Flugzeugabsturz der Schulklasse mitbekommen). Und ich dachte – pädagogisch ganz wertvoll: „Wenn wir jetzt eine Konfrontationsstrategie anwenden, kann der Schuss natürlich auch nach hinten losgehen. Viel sinnvoller ist es doch hingegen, Bedürfnisse zu wecken“.

Also haben wir uns mit der Großen vor der Planung des letzten Urlaubs hingesetzt und besprochen, dass wir gerne Rücksicht nehmen und deshalb mit dem Nachtzug zum Gardasee fahren. Dass wir das natürlich aber auch nicht immer machen können.

Gesagt, getan. Den letzten Sommerurlaub verbrachten wir also in Italien mit dem Vertrauen darauf, dass die Kleene dann in Zukunft auch mal wieder einen Urlaub in z.B. Portugal oder so verbringen möchten.

In diesem Jahr dann der große Wunsch: Paris!

Wir haben uns natürlich gefreut und direkt recherchiert. Zwei Wochen Paris ist natürlich irgendwie blöd. Aber knapp zwei Autostunden entfernt von der Stadt der Liebe gibt es ein altes Seebad, das auch von den Parisern in den Fereien gerne besucht wird: Deauville. Also stand schnell ein erster Plan: Mit dem Flugzeug nach Paris (und nebenbei die Flugangst besiegen), drei Tage in der Stadt der Liebe verbringen und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bewundern und dann mit dem Mietwagen zum mondänen Seebad Deauville düsen.

Während unserer Recherche wurde uns natürlich schnell klar, dass die Unterkünfte in Paris ziemlich teuer und auch die Flüge für vier Personen in den Sommerferien nicht gerade preiswert sind. Zuzüglich der Kosten für einen Mietwagen und ein Appartement (bitte mit Pool) und gleichzeitig einem kurzen Weg zum Stran, kommt da einiges zusammen.

Und dann stellten wir durch Zufall fest, dass die Fahrt mit der Deutschen Bahn nach Paris nur 8 Stunden dauert und für alle vier ganze 340,00 Euro preiswerter als die entsprechenden Flüge sind (sogar 40,00 Euro preiswerter als unser Trip zu Pfingsten nach Köln).

Unglaublich! Also buchten wir doch wieder Bahntickets (!) und suchten eine Unterkunft in Paris. Während der Planung kam uns dann spontan auch noch die Idee Versailles zu besuchen, wo wir doch nun schon mal in Frankreich sein sollten… Wir waren etwas skeptisch ob das so ein guter Plan war, aber wir konnten feststellen, dass man mit zwei Kindern, von denen eines 10 Jahre alt und eines 7 Jahre alt ist, einen ganz wunderbaren Städtetrip nach Paris erleben und danach einen für alle entspannten Aufenthalt direkt am Meer verbringen kann!

Unsere Unterkunft kann ich zwar nicht uneingeschränkt empfehlen, da es sich um ein kleines, in die Jahre gekommenes 2-Sterne-Hotel in einer echt wilden Gegend handelt. Es war wirklich grenzwertig, aber die Betreiber waren extrem freundlich und am zweiten Tag haben wir uns schon wie zu Hause und trotz des desolaten Zustands pudelwohl gefühlt. Die Betreiber arbeiten gerade daran, im nächsten Jahr drei Sterne zu erhalten. Falls also jemand in Zukunft irgendwann mal nach Paris zu fahren, lohnt sich ein Blick trotzdem mit Sicherheit: Hotel Mazagrin, Paris.

Aber Achtung: Die Gegend drumherum ist nicht ohne, vom Straßenstrich bis zum illegalen Ticketverkäufer ist alles dabei. Und es ist laut. Wie allerdings die ganze Stadt.

Ich war das letzte Mal 20 Jahre zuvor in Paris und dachte eigentlich, dass ich hier nicht noch mal herkommen würde. Aber es hat sich definitiv gelohnt!

Paris

Nachdem wir Sonntag am frühen Abend angekommen sind, haben wir uns am Montag als allererstes auf den Weg zum Eiffelturm gemacht und uns sogar alle getraut, bis auf die oberste Plattform zu fahren. Ich habe Höhehangst und mir eigentlich bei meinem letzten Besuch auf dem Eiffelturm geschworen da nie wieder rauf zu fahren, aber was macht man nicht alles für die lieben Kleinen ;)… Und es hat sich gelohnt. Es macht übrigens Sinn, die Tickets über die offizielle Website vorzubestellen, dann muss man nicht so lange warten.

Und weil wir so gut in Form waren, haben wir danach direkt die Champs Elysees besucht und den Arc de Triomphe bewundert.

Am nächsten Tag haben wir uns direkt nach einem Croissant und einem Kaffee auf den Weg gemacht um Sacre Coeur zu besuchen und von das aus nach Montmartre zu schlendern.

Dort war ich bei meinem letzten Besuch nicht und vom berühmten Place du Terte direkt absolut begeistert.

Man kann den Künstlern direkt bei der Arbeit zusehen und die unterschiedlichen Stile laden dazu ein, bei verschiedenen Malern stehen zu bleiben und ihre Arbeit zu bewundern.

Für je schlappe 40,00 Euro haben wir die Kinder hier malen lassen. Am besten schaut man sich erst alle Künstler genau an und entscheidet sich dann für einen Stil seiner Wahl. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt. Abschließend waren wir bei uns um die Ecke noch auf einem Spielplatz und haben uns entspannt.

Mittwoch haben wir die absolut beeindruckenden Catacombes besucht – auch diese hatte ich bei meinem letzten Besuch in Paris irgendwie verpasst. Dabei handelt es sich um ein unterirdisches Labyrinth in Paris, das sich 20 Meter unter der Erde befindet und ursprünglich in den Gängen ehemaliger Steinbrüche angelegt wurde. Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurden hier die Skelette von Millionen von Parisern gelagert. Was für ein Abenteuer! Während eines Besuchs in Paris sollte man die Katakomben unbedingt besuchen. Und für die Kinder ist es ein unvergessliches Erlebnis gewesen! Allerdings kann die Wartezeit gerne schon mal zwei Stunden betragen. Wir sind morgens direkt eine Dreiviertelstunde vor Öffnung dort gewesen und das hat uns gut eine Stunde Wartezeit gespart. Während ich in der Schlange stand, hat der Papa sich mit den Kids die Umgebung angeguckt – dadurch war die Wartezeit für die Kids nicht so lang. Karten kann man auch auf der offiziellen Website der Catacombes vorbestellen, dann sollte es noch ein bisschen schneller gehen.

Nach den Katakomben haben wir uns auf den Weg zu den berühmten Buchverkäufern an der Seine gemacht und sehr zur Freude der großen Kleenen der Galeries Lafayette einen Besuch abgestattet…

Fazit

Puuh, alles geschafft! Innerhalb von drei Tagen haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht und die Kinder waren begeistert! So viele verschiedene spannende Eindrücke, schöne Erlebnisse und ein paar Wörter auf Französisch wurden auch direkt gelernt. Das Highlight waren mit Sicherheit die Katakomben. Aber die Kids fanden die ganze Stadt toll und waren sehr stolz, sich bis auf die obereste Plattform des Eiffeltrums getraut zu haben. Und wer hat schon ein gemaltes Bild von sich, das in Monmartregemalt wurde?

Paris war einfach toll – und was für eine riiiiiesige Stadt! Am Bahnhof Gare St. – Lazare waren so viele Menschen, wie ich es noch an keinem U-Bahnhof erlebt habe. Und das schreibe ich als Berlinerin ;). Im Feierabendverkehr strömen so unglaublich viele Menschen durch die Gänge, das ein Stehenbleiben oder gar Umkehren nur sehr schwer möglich ist.

Trotz der wunderschönen alten Häusern ist die Stadt auch sehr schmutzig und mega voll. Berlin kommt mir sehr klein dagegen vor und etwas provinziell gegen die vielen, unterschiedlichen Kulturen und Nationalitäten, die hier unterwegs sind. Einfach toll!

Also ein wirklich toller Trip in die Stadt der Liebe! Und nach den Tagen der doch vorhandenen Anspannung („Nein Bennet, wir gehen nicht auch noch hoch sondern nur kurz rein!“, „Es ist extrem wichtig, dass Ihr IMMER in unserer Nähe bleibt“, „Ähm, Liebster – meinst Du dass das schwerbewaffnete Militär hier rum läuft sollte beruhigend oder eher beunruhigend für uns sein?“ „Nein, Bennet – geh einfach weiter. Bitte sprich ihn nicht an, auch wenn er eine so schicke Gangster-Goldkette um hat“, „Ja, die Frauen sehen krass aus und haben fast nichts an – das erkläre ich Dir später mal“ machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof um unseren Mietwagen abzuholen, der uns nach Versailles und dann nach Deauville bringen sollte.

Versailles

In der Schule hatte ich natürlich davon gehört und da es quasi auf dem Weg nach Deauville liegt stand schnell fest, dass wir uns natürlich Versaille nicht entgehen lassen wollen. Und es hat sich gelohnt! Das Schloss Versailles gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Frankreichs und ist eine der größten Palastanlagen Europas. Bis zum Ausbruch der Französischen Revolution war es die Hauptresidenz der Könige von Frankreich. Der Bau und auch die Gärten sind riesig. Im Schlossgarten kann man auch den „Spielbauernhof“ besichtigen, den sich Marie Antoinette hat errichten lassen um dort Bäuerin zu spielen. (Man beachte, dass sie diejenige war die gesagt haben soll: „Wenn die Leute kein Brot zu essen haben, sollen sie eben Kuchen essen“). Natürlich ist das Schloss sehr gut besucht, ein Besuch ist aber absolut beeindruckend.

Deauville

Die kleine Gemeinde Deauville ist ein bekanntes Seebad der Normandie. Besonders charmant: Hier machen vor allem Franzosen Urlaub.

Der Ort ist geprägt durch schöne, alte Häuser und hat einen wunderschönen Strand mit den bunten Sonnenschirmen als absolutes Markenzeichen und eine hübsche Promenade. Es gibt nicht all zu viele Sehenswürdigkeiten hier, aber das war auch gar nicht der Plan. Wir wollten uns in diesem kleinen mondänen Seeort nach Paris erholen und den Strand genießen. Und das geht hier wunderbar.

An der Strandpromenade befinden sich auch die bekannten pompeiischen Badeanlagen, die heute in der Liste der bedeutenstenhistorischen Sehenswürdigkeiten an Meeresküsten eingetragen sind.

Die Promenade ist entlang einer kleinen Strecke auf einer Seite durch kleine Strandkabinen begrenzt, die mit den Namen bekannter Schauspieler und Regisseuren gekennzeichnet sind, die Deauville bereits – vor allem wegen des hier jährlich stattfindenen Festival des amerikanischen Film besucht haben.

Nachdem wir die ersten Tage einfach nur faul am Strand rumgelegen haben und die Kinder sich an Ebbe und Flut erfreuen konnten, haben wir ein paar Ausflüge unternommen.

 

Ein Labyrinth im Maisfeld

Sehr zur Freude der Kinder sind wir an einem Tag in das Labyrinthe de Honfleur gefahren. Dort gibt es ein großes Labyrinth in einem Maisfeld, in dem man verschiedene Missions auf verschiedenen Planeten erfolgreich bestehen muss.

Das macht viel Spaß und die Kinder können sich so richtig austoben. Uneingeschränkt empfehlenswert.

Und nach Bestehen der Mission gibt es einen Ausweis und einen Astronauten-Button. Sehr süß gemacht.


Le Havre

Ungefähr eine Dreiviertelstunde von Deauville entfernt befindet sich die bekannte Stadt Le Havre, die nach Marseille den zweitgrößten Hafen Frankreichs hat und nach Einwohnerzahl die größte Stadt der Normandie ist. Nach schweren Zerstörungen im zweiten Weltkrieg, in der die Stadt fast vollständig zerstört wurde, hat ein Team von 60 Architekten die Stadt von 1945 bis 1954 wieder aufgebaut. Der gesamte Stadtkern ist in einer besonderen Betonarchitektur erbaut worden, die beim ersten Besuch etwas befremdlich wirkt, aber sehr beeindruckend ist. Und auch in der Liste des UNESCO-Welterbes steht. Unbedingt sehenswert.

Auf dem Weg von Deauville nach Le Havre überquert man außerdem zwei beeindruckende Brücken: die Pont de Normandie und den Viaduc du grand canal du Havre.


Lisieux

Die Stadt Lisieux gewann vor allem im 20. Jahrhundert Bedeutung, da sie als Sitz eines Karmels zum Wallfahrtsort wurde. Verehrt wird hier die Ordensfrau Thérèse Martin (auch bekannt unter dem Namen Theres vom Kinde Jesu), was einem immer wieder bewusst wird. Wir haben in Lisieux ihr Geburtshaus sowie die nach ihr benannte Basilika Ste. Thérèse besucht, die einer der größten Kirchen darestellt, die im 20. Jahrhundert gebaut wurden.


Die Pferderennbahn Claire Fontaine in Deauville

Wir haben uns dazu entschieden, ein Pferderennen auf der Rennbahn Claire Fontaine zu besuchen. Ja, wir wissen, dass Pferderennen keine unterstützenswerte Angelegenheit sind. Ich war aber einmal als Kind bei einem Pferderennen bei dem ich extrem viel Spaß hatte. Keine Frage: Pferderennen sind Tierquälerei! Das ist mir aber erst vor Ort so richtig bewusst geworden. Also Asche auf mein Haupt und das war für mcih auch das letzte Mal, dass ich solch eine Veranstaltung besucht habe.

Aber da Deauville berühmt ist für seine Pferderennbahnen, die eine einzigartige Atmosphäre besitzen, haben wir uns überlegt, uns solch ein Rennen einmal anzuschauen. Und haben einen wirklich spannenden Vormittag verbracht. Der Mindestbetrag zum Wetten beträgt zwei Euro. Die Kinder haben sie ein- und auf das richtige Pferd gesetzt: 1,20 Euro Gewinn. Wir werden uns so etwas nicht mehr anschauen, aber spannend war es, wie Ihr hier sehen könnt:


Fazit

Wir haben einen wirklich tollen Urlaub verbracht, mit viel Kultur, Geschichte und Entspannungszeiten am Strand. Also ein ganz großartiges Gesamtpaket. Obwohl wir am Anfang etwas unsicher waren ob sich die Reiserei und ein stressiger Städtetrip mit den Kindern lohnen kann cih abschließend nur sagen: In diesem Alter (7 und 10) kann man solch einen Trip absolut empfehlen! Die Kinder haben bereits ein Alter in dem sie wirkliches Interesse an vielen Themen haben und nehmen die Sehenswürdigkeiten – wie z.B. den Eiffelturm oder Versailles schon ganz anders wahr, als kleinere Kinder. Für uns alle waren das tolle Erlebnisse und Erfahrungen in diesem Urlaub.

Und es gibt bestimmt noch einiges mehr zu entdecken: Disneyland Paris ist nicht weit und die Orte in der Umgebung wie Caen oder Bayeux sind mit Sicherheit ebenfalls einen Besuch wert. Falls einer von Euch einen dieser Besuche in seinen Trip einbaut, freuen wir uns über einen Kommentar :).

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