Unverhofftes Camping-Glück

Wie genau es dazu jetzt eigentlich gekommen ist kann ich gar nicht mehr genau sagen. Bennet behauptet ja steif und fest, dass es seine – und nur seine (!) – Idee gewesen sei, dass wir in diesem Jahr doch tatsächlich nach Jahrzehnten seit unserem letzten Campingurlaub wieder einmal zum Zelten auf einem Campingplatz gelandet sind. Und das erzählt er natürlich auch jedem auf dem Campingplatz, der nur annährend Interesse an einem Gespräch mit ihm hat. (Während Daria aktuell jedem erzählt, dass ihre Mama von den hier an der Rezeption angebotenen Kaffees MINDESTENS zwei braucht…).

Ursprünglich wollten wir eigentlich einfach nur zum Timmendorfer Strand. Dann kam die Idee auf, mit den Kindern eventuell wirklich mal so ein/zwei Nächte zelten zu gehen. Sie wollten es ja so unbedingt. Und wer erinnert sich nicht daran, dass es als Kind auch wirklich immer besonders spannend war.

In meiner Erinnerung gehörte zum Camping dazu, dass man in den Sanitäranlagen immer etwas irritiert war und auch das Abwaschen in den (manchmal sogar nur gemauerten Stein-) Becken ein ganz besonderes Erlebnis war. Also bitte, wenn die Kinder das so haben wollten –  ich war gerne bereit, diese Art des Urlaubs für unsere Kinder einmal in Kauf zu nehmen. Dann hätte ich meine Pflicht erfüllt und musste nie wieder zelten gehen.

Und dann geriet das ganze Unterfangen etwas außer Kontrolle!

Wie es der Zufall so wollte, gab es bei Aldi ein Adventuridge 4-Personen-Großraumzelt für knapp 110 Euro im Angebot. Da schlugen wir natürlich sofort zu. Und weil es so gut passte, nahmen wir auch gleich die ebenfalls angebotene Kühltruhe, drei Isomatten und einen Schlafsack mit. Die restlichen Schlafsäcke und einen Kocher hatten wir noch aus unserem Bestand.

In einem anderen Laden erstanden wir dann noch drei Campingstühle und dazu brauchten wir natürlich noch einen Tisch (den wir Gott sei Dank auch noch in petto hatten). Eine Stirnlampe und eine kleine Outdoorlampe kamen dann auch noch dazu. Und irgendwie machte uns das ganze Planen mittlerweile sogar schon so viel Spaß, dass wir immer besser darin wurden so zu planen, dass wir für alle Eventualitäten gerüstet waren.

Hier im Nachhinein eine schlaue Liste mit ein paar Dingen an die man unbedingt denken sollte und einigen, an die wir blöderweise nicht gedacht hatten:

Daran hatten wir gedacht:

  • Geschirr, Töpfe, Schneidebrett, Besteck, Küchenrolle etc.
  • Schwamm, Spülmittel, Küchenhandtücher, Müllbeutel
  • Hammer für die Heringe (falls der Boden besonders hart ist – was bei uns tatsächlich der Fall war)
  • Erstausstattung an Lebensmitteln, Getränken und Dosen fürs Kochen
  • extra Wolldecken für kalte Nächte
  • Verlängerungssteckddose für Kühlbox und Ladegeräte (unbedingt an Handy- und Notebookladegeräte deken)
  • Besonders cool: zwei Funkgeräte für die Kinder, die wir zu diesem Anlass sogar extra angeschafft hatten

Daran hatten wir nicht gedacht:

  • Wäscheklammern
  • Wäscheleine
  • Handfeger und  Müllschippe
  • Regenschirm

So weit so gut. Die meisten schüttelten den Kopf, als wir ihnen erzählten was wir vorhatten. Mein Liebster und ich wurden währenddessen sogar fast ein bisschen aufgeregt. Das letzte Zelten lag wirklich wahnsinnig lange zurück und so sehr gut ausgestattet waren wir mit Mitte zwanzig auch nicht gewesen ;).

Jetzt fehlte nur noch der passende Zeltplatz. Er sollte natürlich auf dem Weg zum Timmendorfer Strand liegen und irgendwie „nett“ sein. Und schon bei der Recherche beschlich uns der leise Verdacht, dass unser Aufenthalt für die lieben Kleinen eventuell sogar der absolute Oberkracher werden könnte. DIMG_20160816_182053enn bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur etwas olle Campingplätze oder besonders schöne Naturcampingplätze im Kopf. Wir fanden nun aber dauernd Plätze die als „Ferienpark“ betitelt werden und die tollsten Angebote für Kinder haben: Streichelzoo, Bootfahren, Spielbude, mit Ton modellieren und so weiter.

Wir entschieden uns dann im Endeffekt für den Ferienpark Seehof in  der Nähe von Schwerin. So konnten wir im Notfall einfach auch Ausflüge machen und waren nicht an den Zeltplatz gefesselt. So tingelten wir also mit unserem bis unter das Dach vollgestopfte Auto los und erreichten auch in zweieinhalb Stunden schon den Campingplatz. Wir bekamen einen Plan und konnten erstmal zu Fuß rumlaufen, um uns einen geeigneten Platz auszusuchen.  Wir brauchten keine Viertelstunde, dann hatten wir unseren Platz mit Seeblick schon gefunden.

Und das Beste: Innerhalb von einer Stunde nach dem super leichten und schnellen Aufbau unseres großartigen Zeltes hatten unsere Kinder schon Freundschaft mit Friedrich, Paula und Jakob – den Kindern unserer wunderbaren Nachbarn geschlossen und waren fortan ständig unterwegs!

Auf dem Nahe gelegenen Spielplatz, in der „Brombeerhöhle“ (die ist echt schick, ich bin nur mit Ach und Krach reingekommen aber es ist tatsächlich eine kleine Höhle aus Brombeeren), bei den Tieren oder sonst irgendwo in der Nähe.

Ich fand das natürlich absolut gruselig (typische Stadtmutti), aber in Anbetracht der relaxten Haltung unserer Nachbarn blieb ich cool und bereits am nächsten Tag flitzten unsere Kinder mit der größten Selbstverständlichkeit durch die Gegend und wir sprachen nur die wichtigsten Eckpunkte ab, nahmen es aber ansonsten gelassen hin. Denn: alle Kinder radelten, rollerten, rannten durch die Gegend und erstaunlicherweise kannten sich auch immer gefühlt alle. IMG_20160817_051834Wie sie sich in so kurzer Zeit so schnell kennen lernten blieb mir bis zuletzt ein Rätsel, aber toller geht es doch fast kaum.

Besonders toll am Ferienpark Seehof ist seine direkte Lage am Schweriner See. Man kann also auch gut einen ganzen Tag am Strand oder (je nach Stellplatz) mit Blick auf den See vor dem Zelt verbringen.

IMG_20160820_110629Morgens gibt es Brötchen und Kaffee im kleinen Shop neben der Rezeption (der übrigens fast nur Bio-Sachen anbietet) und nachmittags die Möglichkeit im Restaurant Oberförster zu essen, das sich ebenfalls im Ferienpark befindet.

Die Spielbude für die Kinder ist vormittags von 10.00 Uhr bis um 12.00 Uhr und nachmittags noch mal von 16.00 Uhr bis um 18.00 Uhr geöffnet. Dort können die Kinder unter Aufsicht malen, spielen, basteln und so weiter. Also super für die Eltern ;). Außerdem gibt es noch weitere extra-Angebote wie: Töpfern, Kerzen ziehen, Kupfer schlagen, Cajón-Workshops und vieles mehr.

Weil es am dritten Tag morgens etwas nieselte, entschlossen wir uns zu einem Ausflug nach Schwerin. Ich war vorher noch nie dort,  kann die Hauptstadt von Mecklenburg Vorpommern für einen Kurztrip aber uneingeschränkt empfehlen, vor allem wenn man wie wir – auf dem Weg sowieso quasi dran vorbeikommt.

Hier eine kurze Zusammenfassung unseres Schwerin-Trips:

Schloss  IMG_20160818_132233  IMG_20160818_131642 
Als Tochter einer Burgen- und Schlossbegeisterten Mutter, die mit mir nach eigenen Angaben auf einem Burgentrip 13 Burgen besichtigt hat, kann ich das Schweriner Schloss als Ausflugsziel uneingeschränkt empfehlen. Von außen ist es wirklich hübsch und innen geradezu beeindruckend. Toll ist auch der Schlossgarten. Wir waren auf jeden Fall ein paar Stunden dort und die Kinder wirklich begeistert.

Der Schweriner Dom ist ebenfalls einen Ausflug wert – ein beeindruckendes Gebäude der sogenannten Backsteingotik.

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Das beste Softeis haben wir bei ILKA EIS & HEISS gegessen und ich habe mir in dem wunderschönen kleinen Lädchen Miss Törtchen einen veganen Blaubeer-Muffin gegönnt.

IMG_20160818_135218Überhaupt muss man sagen, das Schwerin mit zwischendurch immer wieder wirklich hübschen Häuschen und netten kleinen Läden mit tollen Namen überrascht.Es macht einfach Spaß, sich dort etwas treiben zu lassen.

Essen waren wir im rustikalen Restaurant Zur guten Quelle. Nett und mit Buntstiften und Gummibärchen für die Kinder, aber rustikal muss man eben mögen.

Ich hatte einen leckeren Salat, aber mein Mann hat aus Versehen „Sauerfleisch“ bestellt, was er wohl nie wieder tun wird ;)…

 

Und das Fazit von dem Ganzen? Wir tun es wieder!

Dank unserer verrückten Idee haben wir nun ein komplettes Camping-Equipment, dass wir auch im nächsten Sommer wieder einsetzen werden. Und sei es nur für ein verlängertes Wochenende.

WieseDenn: Es macht auch mit Ende 30 einfach einen riesigen Spaß, mit den Kiddies im Dunkeln mit Stirnlampe zur Toilette zu tingeln, seine Dose auf dem Campingkocher zu erwärmen und sich abends zum UNO-Spielen und Gruselgeschichten-Erzählen im Zelt zusammen zu kuscheln.

Und jeden Morgen aufs Neue gespannt den Reißverschluss hochzuziehen, um zu schauen wie die Welt da draußen heute wohl aussieht…!

 

 

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